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Frankfurter Allgemeine Zeitung 'Messer' review 31-Jan-03
Till Lindemann - Messer
Der Gedichtband "Messer" des "Rammstein"-Sängers Till Lindemann ist nach Ansicht von Rezensent Andreas Rosenfelder am besten in der "Regalecke für schwarzen Kitsch" aufgehoben.
Weder die Hochglanzbilder von Lindemann-Freund und Herausgeber Gert Hof, die Lindemann in der Pose des verfemten Dichters zeigen, noch die lyrische Qualität des Bandes können Rosenfelder überzeugen.
Ein nahezu konservativer Formwille, der allerdings in längeren Balladen schnell an seine Grenzen stoße, präge die Texte. "Meist", analysiert Rosenfelder, "läuft eine Art Knittelvers durch, poetologische Entsprechung von 'Rammsteins' hämmerndem Viervierteltakt."
Inhaltlich sieht Rosenfelder die "Dekadenz der Jahrhundertwende" nachflackern. Doch anders als Baudelaire oder Benn suche Lindemann keineswegs den Schock der Moderne, sondern vielmehr den vergessenen Ausdruck.
Im übrigen wimmle es in seinen Gedichten nur so von Krüppeln, Dirnen und Lendenfrüchten.
Alles in allem: Explizite Lyrik jenseits des guten Geschmacks.
© 2005 Sue Lindemann
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